Wo komme ich her
Da ja letztens schon Spekulationen angefangen haben, ich sei ein Fake will ich hier mal einiges klar stellen. Man hat gesagt, Vladimir ist die europäische Version von Wladimir, und kein Osteuropäer würde sich Vlad nennen. Das stimmt auch für die slawischen Völker, aber nicht für Rumänien. Die rumänische Sprache ist eine romanische Sprache und daher dem Französischen und Italienischen ähnlich. Dort gibt es eben das V und somit auch den Namen Vladimir.
Weiter hieß es wenn jemand in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen ist, vor allem dort in der Umgebung, kann es nicht sein, dass er Englisch, Deutsch und sogar noch einige andere Sprachen kann. Doch auch das kann sein. Dadurch, dass rumänisch verwandt ist mit allen anderen romanischen Sprachen ist es auch für ein durchschnittlich Intelligenten Menschen kein Problem diese Sprachen zu lernen. Vor allem wenn man etwas rumkommt in unserem Nachbarland. Wieso ich aber Englisch und Deutsch kann will ich euch jetzt erzählen.
Zunächst einmal wie schon gesagt bin ich in Rumänien geboren. Wann genau bleibt mein Geheimniss aber es war so um 1960 rum. In Rumänien lebten zu der Zeit viele Deutschsprachige, darunter die so genannten Banater bzw. Donauschwaben und die Siebenbürger Sachsen. Die einen sind schon im Mittelalter, die anderen erst im achtzehnten Jahrhundert dorthin ausgewandert. Darunter waren auch meine Vorfahren. Diese Gebiete gehörten damals noch mehr oder weniger zu Deutschland bzw. seinen Vorgängermonarchieen. Irgendwann kamen diese Gebiete dann ins Königreich Ungarn und dann auch zu Rumänien. Die Schwaben oder Sachsen haben aber immer deutsch untereinander geredet. Und so kommt es jetzt, dass ich zuhause mit meinen Großeltern und Eltern deutsch geredet habe.
Mein Vater war zwar auch ein Schwabe, jedoch sind viele Schwaben anfang des zwanzigsten Jahrhunderts nach Amerika ausgewandert. Armut und Hoffnungslosigkeit trieben sie dazu. Meine Gr0ßeltern waren dort auch dabei und wanderten mit meinem Vater als Baby nach Amerika aus. Dort hat man versucht Geld zu verdienen und dann wieder zurück zu kommen. Ihr seht, diese Wünsche gibt es immer, überall und zu jeder Zeit. Zu beginn des zweiten Weltkrieges sind sie dann auch zurück gekommen. Mein Vater war mittlerweile ein erwachsener Mann und auch im heiratsfähigen Alter. Wieder zurück im Banat kauften meine Großeltern viel Feld und waren doch recht Wohlhabend. Die Ehe zwischen meinen Eltern wurde arangiert und alles schien gut zu verlaufen. Doch der Krieg war schneller und alle jungen Männer wurden Zwangsrekrutiert. So musste auch mein Vater auf Seiten der Deutschen gegen Ende des Zweiten Weltkrieges kämpfen. Der Krieg dauerte Gott sei Dank nicht mehr so lange und mein Vater konnte auch dank des Reichtums seiner Eltern der Kriegsgefangenenschaft zunächst entfliehen. Er hat mir immer erzählt, dass er auf dem Heimweg von der Front fünf Mal gefangen genommen wurde und man ihn fünf mal hat freikaufen müssen. Doch der finanzielle Aufwand wäre für meine Großeltern kein Problem gewesen wenn nicht nach dem Krieg die Reperationsforderungen der Russen an den neu gegründeten rumänsichen Staat gewesen wären. Dieser wälzte alles auf die deutsche Minderheit ab und schickte sie in russische Arbeitslager. Hinzu kam, dass die deutsche Bevölkerung enteignet wurde. Der gesamte Grundbesitz, mit Häusern, Felder und Maschinen, sowie Möbel und einfach alles wurde enteignet. In die Häuser wurden so genannten Kolonisten einquartiert und sie waren die neuen Hausherren. Mein Großvater, der zu alt für die Arbeitslager war, musste in seinem eigenen Haus im Gästezimmer wohnen, dafür Miete bezahlen und auf seinem eigenen Feld als Tagelöhner arbeiten. So war das ganze Vermögen, wofür meine Großeltern ein Leben lang gearbeitet hatten von einem Tag auf den anderen verschwunden.
Als mein Vater von der Verschleppung zurück kehrte konnte er endlich mit meiner Mutter zusammen ziehen. Sie waren damals schon fast 10Jahre verheiratet. Gegen ende der 50er besserte sich die Lage ein wenig und meine Familie bekam ihr Haus zurück. Jedoch hat die jahrelange Sorglosigkeit im Umgang mit dem Gebäude seine Spuren hinterlassen und mein Vater musste eine Menge Arbeit hineinstecken um es vor dem Verfall zu bewahren. Ich erinnere mich noch an meine Kindheit, wie verschiedene Baracken, wie Sommerküche, Gästehaus usw. abgerissen wurden um am Haupthaus Schäden auszubessern. Am Ende wurde selbst das Haupthaus an einem Teil abgerissen um es an einem anderen Teil zu erhalten. Die Felder bekamen wir allerdings nie mehr zurück. Und das große Haus machte mehr Arbeit und kostete mehr Geld als das man etwas davon gehabt hätte.
Englisch kann ich übrigens von meinem Vater. Da er ja in Amerika aufgewachsen ist konnte er auch fast perfekt Englisch. Er war immer der Meinung man weiss nie was kommt, und bestimmt kommen uns irgendwann die Amerikaner befreien. Da ist es sicher nicht schlecht perfekt Englisch zu können. Das ich also drei Sprachen als meine Muttersprachen ansehe ist kein Ding der Unmöglichkeit sondern einfach nur ein glücklicher Zufall. Und brauchen wir Spieler nicht immer auch etwas Glück.
Ich wünsche euch noch eine gute Nacht und immer schön aufpassen.
Gruß Vlad
Filed under: Biographie | 1 Comment
Hi Vlad,
schön, dass Du wieder da bist. Fake oder nicht Fake – ist doch egal. Die Unterhaltung zählt. Und die stimmt bei Dir.
Die Tags nimmst Du, um Deine Geschichten thematisch einzuordnen (Hast Du ja auch schon gemacht). Mit den Tags kannst Du dann rechts auf dem Blog eine Art Stichwortverzeichnis anlegen (ähnlich wie die Kategorie). Musst mal in WordPress gucken.
Und such Dir ein strenges Passwort aus, damit Du nicht nochmal gehackt wirst
Falls Du ein bisserl Werbung für Deinen Blog brauchst. Können gerne einen linktausch machen.
Grüße,
Bonushure